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Normale Depression

Von Markus Breitenberger, Heilpraktiker

Aktualisiert am 22. Juni 2026

Einfach funktionieren, sich zusammenreißen, Dinge aushalten – wer in Gemeinschaft mit anderen Menschen leben möchte, ist hin und wieder gefordert, sich selbst zurückzunehmen. Wenn solch ein Zustand unterdrückter Gefühle und Bedürfnisse, letztendlich eines unterdrückten Ichs, zum bestimmenden Modus unseres Alltags wird, laufen wir jedoch Gefahr, uns selbst darin zu verlieren und ernsthaft krank zu werden. Der Arzt und Psychotherapeut Wolf Büntig hat dafür, in Abgrenzung zur psychiatrischen Depression, den Begriff der „normalen Depression“ geprägt.

Inhaltsverzeichnis

  • Zu viel Anpassung macht krank
  • Symptome
  • Behandlung

Zu viel Anpassung macht krank

Das Wort Depression leitet sich ab vom lateinischen „deprimere“, zu Deutsch „niederdrücken“ oder „unterdrücken“.  Es verweist damit also auf weitaus mehr, als ein Gefühl von Niedergeschlagenheit und Apathie, das oftmals vordergründig mit dem Begriff in Verbindung gebracht wird. Weggedrückt werden hier wesentliche Impulse unseres Lebens, dazu können Lust, Neugier und Gestaltungswille ebenso gehören wie Aggression, Trauer oder Ängste.

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Dahinter steckt oft die Befürchtung, nur durch das Erfüllen einer bestimmten Rolle oder das Aufrechterhalten einer gewissen Art von Normalität in Beziehungen mit anderen Menschen bestehen zu können. Für diese erlernte und übertriebene Affektkontrolle, die erhebliche seelische und körperliche Anstrengungen verlangt, entwickelte der Begründer der psychosomatischen Medizin Viktor von Weizsäcker die Bezeichnung „Normopathie“.

Traurige Pinguine auf isolierter Eisscholle - Symbol für das Gefühl der Einsamkeit und Niedergeschlagenheit bei Depressionen

In nicht wenigen Fällen geht dieses Bestreben nach Unauffälligkeit und Angepasstheit soweit, dass die Betroffenen den Zugang zu ihren tatsächlichen Gefühlen und Wünschen regelrecht verlieren. Das Leiden, das damit verbunden ist, findet manchmal erst Jahre später in Krankheiten oder Krisen seinen Ausdruck – ein schmerzhafter, aber auch hoffnungsvoller Weg, das eigene Leben nicht weiter zu verschenken, sondern endlich anzupacken.

Symptome

„Gefühle unterdrücken“, „funktionieren wie eine Maschine“, „den Schein aufrechterhalten“ und „nicht aus der Rolle fallen“ – schon allein diese Redewendungen deuten darauf hin, welchen Kraftaufwand eine normale Depression fordert. Besonders problematisch: Verdrängte Emotionen und Konflikte lassen sich auf diesem Weg nicht etwa auflösen. Sie werden nur nach außen hin unsichtbar, während sie innerlich weiter spürbar bleiben.

Betroffene sind dadurch sprichwörtlich gezwungen, permanent die Luft anzuhalten. Diese Übung beginnen viele lebendige und neugierige Menschen schon früh in ihrer Entwicklung, wenn sie von ihrer Umwelt mit der Aufforderung „…halt doch mal die Luft an!“ gezwungen werden auf ein normales Maß zu schrumpfen.

Dadurch ergeben sich wiederum Blockaden in Form von Muskelverspannungen, die Wilhelm Reich als „Charakterpanzer“ beschrieben hat. Diese können langfristig zu einer Vielzahl von psychischer, physischer und psychosomatischer Beschwerden führen, von Burnout über Stoffwechselprobleme bis hin zu Krebserkrankungen.

Erste Anzeichen für eine normale Depression zeigen sich jedoch bereits zuvor im Alltag, äußerlich etwa durch einen stumpfen Blick, innerlich durch ständiges Misstrauen gegenüber den Mitmenschen und in der Kommunikation, beispielsweise durch die Verwendung vieler Negationen.

Zudem nutzen Betroffene häufig Satzkonstruktionen, die implizit auf die eigene Passivität oder die Diskrepanz zwischen Wollen und Können hinweisen sowie eine auffällig erklärende Sprache, die das eigene Unvermögen zum Ausdruck bringt, sich zu freuen und über die Wunder des Lebens zu staunen.

Behandlung

Auch wenn das Unterdrücken von Gefühlen und Impulsen bereits zur jahrelangen Gewohnheit geworden ist, gibt es Möglichkeiten, zu lernen, anders damit umzugehen. Als Heilpraktiker für Psychotherapie in München unterstütze ich meine Klienten dabei, Verspannungen sowohl auf körperlicher als auch auf seelischer Ebene vorzubeugen oder zu lösen.

5 Antidepressiva, die Sie nicht kaufen, aber üben können

  • Spüren, Fühlen und Wahrnehmen unterscheiden und ausdrücken
  • Traumata und systemische Verstrickungen auflösen
  • Passive Sprache und Verhaltensweisen erkennen und ändern
  • Muskulatur entspannen durch bioenergetische Übungen
  • Mobilisierung der Atmung durch Bewegung im Freien und Meditation

Als Heilpraktiker mit Praxis in München biete ich interessierten KlientInnen viele Möglichkeiten, eine normale Depression im Rahmen von Einzel- und Gruppentherapie erfolgreich zu bewältigen.

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Über den Autor

Markus Breitenberger, Heilpraktiker für Naturheilkunde in MünchenMarkus Breitenberger, Heilpraktiker für ganzheitliche Medizin mit Schwerpunkt Autoimmunerkrankungen, Schilddrüse, hormonelle Beschwerden und chronische Erschöpfung

Markus Breitenberger führt seit über 25 Jahren eine eigene Praxis für Komplementärmedizin in München. In seiner Arbeit verbindet er naturheilkundliche Erfahrung mit einer wissenschaftlich fundierten Analyse von Symptomen, Laborwerten und möglichen Ursachen chronischer Beschwerden. Sein Wissen teilt er regelmäßig in Ratgeber- und Fachartikeln. Zudem ist er Buchautor von zwei Gesundheitsratgebern, die im Gräfe und Unzer Verlag erschienen sind.

Erfahren Sie mehr über Markus Breitenberger und seine Praxisphilosophie.

Alle Ratgeber-Artikel werden wissenschaftlich überprüft von Dr. Nicole Schaenzler (Medizinredakteurin).

Transparenz- & Gesundheitshinweis

Diese Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle ärztliche oder heilpraktische Diagnose. Laufende ärztliche Behandlungen oder verordnete Medikamente sollten Sie niemals ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt unterbrechen oder absetzen. Bei akuten oder sich verschlechternden Beschwerden wenden Sie sich bitte umgehend an eine Ärztin, einen Arzt oder den Notruf.

Kategorien: Psychotherapie

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Praxis Markus Breitenberger
Heilpraktiker
Klenzestraße 60
80469 München

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